Die historische Zehntscheune
in Bad Homburg / Ober-Erlenbach
Bornstraße 18
erbaut im 16. JahrhundertIm Buch „Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe“ von Friedrich
Lotz steht über die Zehntscheune (früher als „Schüttkasten“ bekannt): „An diesem historischen Baudenkmal gehe man nicht gleichgültig vorbei. Wo steht noch sonst in unserer Heimat in irgendeinem Dorf ein solches Gebäude? Seine hohen Mauerwände ohne Mörtelverputz sind in ihrer Schlichtheit eindrucksvoll. Sie künden von der alten Bodenpolitik,von einer Zeit, in der nur der Staat, Adel und die Kirche Grundbesitzer waren, die Bauern kein eigenes Feld besassen, den Boden der Grundherrn bearbeiteten und alljährlich ihren Getreidezehnt und andere Gefälle im herrschaftlichen Lagerhaus abliefern mußten.„

      
Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde dort noch der Zehnte abgegeben, später war die Zehntscheune an die landwirtschaftliche Domäne verpachtet. Seit 1979 ist sie in privatem Besitz und wurde seither in Stufen großzügig ausgebaut. Die jetzigen Besitzer sind seit 1983 Reimund und Marlies Boderke, die zunächst eine Werbeagentur führten und seit 1993 die Galerie „Kunst in der Zehntscheune“. Die Zehntscheune ist neben der barocken Kirche St. Martin das älteste und bedeutendste Kulturdenkmal im Stadtteil Ober-Erlenbach.